Brandschutz

 

1. Wie gewährleistet der Ziegel Brandschutz?

Ziegel gehen bereits in der Produktion durchs Feuer und gehören daher zu den nicht brennbaren Baustoffen. Das Material selbst verfügt über den für Gebäude erforderlichen Brandschutz, Ziegelbauteile im Dach- und Mauerwerksbau tragen daher nicht zur Brandlast eines Gebäudes bei. Die in gefüllten Ziegeln integrierten Dämmstoffe aus Mineralwolle oder Perlit sind ebenfalls nicht brennbar und zudem durch das umgebende Ziegelmaterial geschützt. Brennbare Fixierungen und Klebstoffe sind zur Befestigung des Dämmstoffes nicht erforderlich. Ziegel werden als nicht brennbar (Klasse A1)und in verarbeiteter Form als Ziegelwand in die Feuerwiderstandsklassen F30, F60, F90 oder F120 sowie als Brandwand eingestuft. Das bedeutet, die Wand behält im Brandfall 30, 60, 90 oder 120 Minuten ihre Funktion. Das garantiert dem Nutzer maximal mögliche Sicherheit in Bezug auf die Gebäudehülle.

2. Wieso wird beim Brandschutz zwischen raumabschließenden und nicht raumabschließenden Wänden unterschieden?

Raumabschließende Wände werden nur einseitig vom Feuer beansprucht (zum Beispiel Wohnungstrennwände). Nichtraumabschließende Wände (beispielsweise Außenwände mit Fensteröffnungen) werden von beiden Seiten beansprucht, die Belastung ist höher. Daher ist eine größere Wanddicke bei gleicher Feuerwiderstandsklasse erforderlich. Eine Einstufung von Wänden nach DIN 4102-4 erfolgt entsprechend der Brandeinwirkung: Tragende Wände, raumabschließend: Nur einseitig vom Brand beansprucht, sollen die Brandausbreitung von einem Raum zum anderen verhindern. Typische Beispiele sind Wände von Rettungswegen, Treppenhauswände und Wohnungstrennwände.

  • Tragende Wände, nichtraumabschließend: Tragende Wände, die mehrseitig vom Brand beansprucht werden. Nichttragende Wände, raumabschließend: Scheibenartige Bauteile, die auch im Brandfall überwiegend durch ihre Eigenlast beansprucht werden und nicht der Knickaussteifung tragender Wände dienen.
  • Tragende Pfeiler und kurze Wände: Querschnitt kleiner als 0,1 m2 oder aus weniger als zwei ungeteilten Steinen bestehend.
  • Tragende, nichtraumabschließende Wandabschnitte: Werden nach DIN 4102-4 wie Pfeiler eingestuft, Breite kleiner als 1 m, Fläche größer als 0,1 m2.

3. Was bedeuten die Feuerwiderstandsklassen F30, F60, F90, F120?

Die Feuerwiderstandsklasse eines Bauteils wird in einem genormten Versuch ermittelt, der einen Brand simuliert. In einem Brandraum wird die Wand durch eine genormte Brandlast beansprucht. Dabei wird die Zeit bis zum Verlust der Tragfähigkeit gemessen. Die Feuerwiderstandsklasse F120 garantiert im Brandfall eine Mindeststandzeit von 120 Minuten.

4. Wie wird die Belastung der Wand bei der Feuerwiderstandsklasse berücksichtigt?

Ziegelwände halten auch im Brandfall hohen Belastungen stand, da sie als nicht brennbarer Baustoff und als hochfeuerbeständig eingestuft sind. Je geringer eine Wand belastet ist, desto länger hält sie im Brandfall. Der Auslastungsgrad α gibt das Verhältnis von vorhandener Spannung zu zulässiger Spannung an.

5. Was unterscheidet eine F90-Wand von einer Brandwand?

Beide Wände müssen dem Feuer mindestens 90 Minuten standhalten. Die Brandwand muss am Ende des Versuchs zusätzlich dreimal einer Stoßlast standhalten, die das Einstürzen von Bauteilen simuliert.

6. Wo sind Brandschutzanforderungen an Bauteile festgelegt?

Baurecht ist Landesrecht. Die Brandschutzanforderungen an Bauteile sind daher in den Landesbauordnungen geregelt. Die Einstufung von Bauteilen in Feuerwiderstandsklassen erfolgt durch DIN 4102.

7. Welche Ziegel eignen sich für eine Brandwand?

Wärmedämmziegel sind nicht automatisch als Brandwand eingestuft. Voraussetzung hierfür ist eine erfolgte Brandwandprüfung und die Einstufung als REI90-M.

8. Wie wirken sich Putze im Brandfall aus?

Eine Putzschicht bildet eine Schutzschicht und verbessert den Brandschutz.

9. Wie wirken sich unvermörtelte Stoßfugen auf den Brandschutz aus?

Stoßfugen nach DIN 1053-1 haben keinen Einfluss auf die Feuerwiderstandsklasse.

 

Verarbeitung

 

1. Welchen Vorteil haben Fensteranschlagziegel? 

Anschlagziegel sind Formziegel mit vorgefertigtem Tür- oder Fensteranschlag. Damit lässt sich die Fuge zwischen Fenster und Laibung leichter gegen eindringende Feuchtigkeit und Durchströmung abdichten.

2. Wie werden Innenwände richtig an Wohnungstrennwände angeschlossen?

Gerade im Geschosswohnungsbau kommen üblicherweise leichte, nichttragende Massivwände (11,5 Zentimeter) als Raumtrennwände innerhalb einer Wohnung zum Einsatz. Werden diese Wände an eine Wohnungstrennwand (24 Zentimeter) mittels Stumpfstoßtechnik oder an eine Geschossdecke angeschlossen, bieten sie ein ideales Sprungbrett für Schall. Leichte Flankenbauteile lassen sich durch Schallwellen leicht zum Schwingen anregen und strahlen somit sehr viel Schallenergie in angeschlossene Bauteile ab. Das mindert die Flankenschalldämmung und reduziert, daraus resultierend, das Schalldämm-Maß des Trennbauteils. Um dies zu verhindern, sind leichte massive Innenwände mit dem Ziegel-Innenwand-System (ZIS) akustisch vom Trennbauteil zu entkoppeln oder in Rohdichte 1,4 auszuführen.

3. Wie breit muss die Fuge zwischen zweischaligen Haustrennwänden mindestens sein?

Zwischen zweischaligen Haustrennwänden muss die Fuge nach DIN 4109 mindestens 3 Zentimeter breit sein. Eine breitere Fuge verbessert den Schallschutz. Die Trennfuge muss die Decken trennen und sollte die Wohneinheiten möglichst vollständig trennen.

4. Womit sollte die Fuge einer zweischaligen Haustrennwand verfüllt sein?

Dafür eignen sich nicht brennbare Mineralfasermatten nach DIN 18165-2 Typ T (Trittschalldämmplatten). Im Deckenbereich sollten Maßnahmen getroffen werden, die das Eindringen des Betons vermeiden (Folien, kaschierte Dämmplatten).

5. Was ist ein VD-System?

Das VD-System steht für die vollflächig deckelnde Lagerfuge mit Dünnbettmörtel und gilt in Fachkreisen als Stand der Technik. Es verhindert, dass sich im Mauerwerk in vertikaler Richtung akustisch wirksame Luftsäulen (Resonatoren) bilden. Ziegel mit Nut und Feder sind ohne Stoßfuge schnell verarbeitet. Für Bauteilanschlüsse werden entsprechende Systemergänzungen wie Anfangs- und Eckziegel, Höhenausgleichsziegel, Deckenrandschalen und vieles mehr angeboten.

6. Was ist beim Außenputz zu beachten?

Der Außenputz schützt Wärmedämmziegel vor Witterungseinflüssen, daher sollte die Dicke mindestens 20 Millimeter betragen. Bei einem gefüllten Ziegel sind in der Regel mindestens ein Leichtgrundputz (Dicke 15 Millimeter) und ein Oberputz auszuführen. Ein ungefüllter Ziegel benötigt mindestens einen Faser-Leichtputz (Dicke 15 Millimeter) und einen Oberputz. Hierbei wird auf der Wetterseite zusätzlich eine Gewebespachtelung auf den Unterputz empfohlen. Bei der Wahl des Innenputzes bestehen keine Einschränkungen, dennoch sollte beim Hersteller unter Angabe der genauen Produktbezeichnung nachgefragt werden.

7. Wie wird das Deckenauflager optimal ausgebildet?

Bei Ziegelmauerwerk sollte eine Bitumen-Dachbahn R500 unter dem Deckenauflager angeordnet werden. Sie verhindert, dass der Deckenbeton in die Ziegel gelangt und Verformungen der Decke sich auf die Ziegel übertragen. Zusätzlich wird die Schallübertragung in vertikaler Richtung vermindert. Bei der Ausführung ist zu beachten: Bei Deckenspannweiten über 4,2 Meter sollte das Deckenauflager zentriert werden, um große ausmittige Lasteinleitungen zu vermindern (vgl. DIN 1053-1). Nach DIN 1053-1 beträgt die Auflagertiefe mindestens 11,5 Zentimeter. Die Stahlbetondecke bildet am Deckenauflager eine Wärmebrücke. Wärmedämmung ist hier zwingend erforderlich (vgl. Beiblatt 2 zur DIN 4109).

8. Welche Vorteile hat es, sowohl Außen- als auch Innenwände aus Ziegeln zu erstellen? 

Außen- und Innenwände sollten möglichst aus Baustoffen mit gleichen Verformungseigenschaften ausgeführt werden (homogenes Bauen). Werden die Außenwände aus Ziegeln und die Innenwände aus Kalksandstein (KS) erstellt, muss vor allem bei mehrgeschossigen Gebäuden mit typischen Schrägrissen in den obersten Geschossen gerechnet werden. Die KS-Steine verkürzen sich durch Schwinden und Kriechen stärker als der Ziegel. Dadurch besteht die Gefahr von vertikalen Abrissen am Anschluss Innenwand-Außenwand, und der Schallschutz kann sich verschlechtern.

9. Was sollte bei Außenputzen auf Ziegelmauerwerk beachtet werden?

Der Unterputz ist zweilagig „frisch in frisch“ (also ohne Wartezeiten) mit 15 Millimeter Dicke aufzubringen. Vor Auftrag des Oberputzes (5 Millimeter Dicke) muss der Unterputz so weit abbinden, dass er die Schwindspannungen aus dem abbindenden Oberputz aufnehmen kann. Zusätzlich sollte das am Anfang besonders starke Schwinden des Unterputzes abgeklungen sein. Als Faustregel sind dazu zwei Wochen, also ein Tag je Millimeter Putzdicke, erforderlich. Bei feuchtkaltem Wetter reicht diese Wartezeit nicht aus, bei warmem Wetter sind auch kürzere Zeiten möglich. Bei sehr warmem Wetter muss gegebenenfalls zu schnelles Austrocknen verhindert werden, damit dem Mörtel nicht das zum Abbinden erforderliche Anmachwasser entzogen wird. Für den Sockelbereich sind spezielle, ebenfalls auf den Putzuntergrund abgestimmte, wasserabweisende Sockelputze zu verwenden.

10. Wie wird der Stumpfstoß mit Flachstahlankern richtig ausgeführt?

Die aussteifende Wand ist zug- und druckfest an die auszusteifende Wand anzuschließen. Der traditionelle Mauerwerksverband kann durch einen Stumpfstoß mit Flachstahlankern ersetzt werden, die die Zugkräfte aufnehmen. Die Anker sind vollständig in Mörtel einzubetten, damit ein kraftschlüssiger Verbund entsteht. Die Fuge ist satt zu vermörteln, um die Druckkräfte zu übertragen. Der zug- und druckfeste Anschluss der Wohnungstrennwand an eine Außenwand gewährleistet nicht nur sichere Statik, sondern vermindert auch die Flankenschallübertragung über die Außenwand.

11. Warum wird im Verband gemauert? 

Der Verband ermöglicht die Übertragung von Horizontalkräften und die Verteilung von Einzellasten im Mauerwerk. Stimmt das Überbindemaß, übertragen die Lagerfugen die auftretenden Kräfte durch Haftreibung. Zugbelastungen parallel zur Lagerfuge treten besonders unter den Einleitungspunkten von Einzellasten ins Mauerwerk auf. Dies können Auflager von Pfetten oder Stürzen sein. Bei mangelhafter Ausführung des Mauerwerksverbandes kann die Haftreibung die Kräfte häufig nicht aufnehmen, Risse sind die Folge. Unter Auflagern ist die Einhaltung des Mauerwerksverbandes besonders wichtig.

Konstruktion / Statik

 

1. Welche Vorteile hat es, sowohl Außen- als auch Innenwände aus Ziegeln zu erstellen? 

Außen- und Innenwände sollten möglichst aus Baustoffen mit gleichen Verformungseigenschaften ausgeführt werden (homogenes Bauen). Werden die Außenwände aus Ziegeln und die Innenwände aus Kalksandstein (KS) erstellt, muss vor allem bei mehrgeschossigen Gebäuden mit typischen Schrägrissen in den obersten Geschossen gerechnet werden. Die KS-Steine verkürzen sich durch Schwinden und Kriechen stärker als der Ziegel. Dadurch besteht die Gefahr von vertikalen Abrissen am Anschluss Innenwand-Außenwand und der Schallschutz kann sich verschlechtern.

2. Wovon ist die zulässige Mauerwerksdruckspannung abhängig?

Die Mauerwerksdruckspannung beschreibt die Tragfähigkeit der Wand und ist festgelegt in DIN 1053-1. Wichtige Faktoren sind: Steinfestigkeitsklasse Mörtelart (Normalmörtel, Leichtmörtel, Dünnbettmörtel) Mörtelfestigkeit.

3. Wie wird der Stumpfstoß mit Flachstahlankern richtig ausgeführt?

Die aussteifende Wand ist zug- und druckfest an die auszusteifende Wand anzuschließen. Der traditionelle Mauerwerksverband kann durch einen Stumpfstoß mit Flachstahlankern ersetzt werden, die die Zugkräfte aufnehmen. Die Anker sind vollständig in Mörtel einzubetten, damit ein kraftschlüssiger Verbund entsteht. Die Fuge ist satt zu vermörteln, um die Druckkräfte zu übertragen. Der zug- und druckfeste Anschluss der Wohnungstrennwand an eine Außenwand gewährleistet nicht nur sichere Statik, sondern vermindert auch die Flankenschallübertragung über die Außenwand.

4. Warum wird im Verband gemauert? 

Der Verband ermöglicht die Übertragung von Horizontalkräften und die Verteilung von Einzellasten im Mauerwerk. Stimmt das Überbindemaß, übertragen die Lagerfugen die auftretenden Kräfte durch Haftreibung. Zugbelastungen parallel zur Lagerfuge treten besonders unter den Einleitungspunkten von Einzellasten ins Mauerwerk auf. Dies können Auflager von Pfetten oder Stürzen sein. Bei mangelhafter Ausführung des Mauerwerksverbandes kann die Haftreibung die Kräfte häufig nicht aufnehmen, Risse sind die Folge. Unter Auflagern ist die Einhaltung des Mauerwerksverbandes besonders wichtig.

5. Wie wird das Deckenauflager optimal ausgebildet?

Bei Ziegelmauerwerk sollte eine Bitumen-Dachbahn R500 unter dem Deckenauflager angeordnet werden. Sie verhindert, dass der Deckenbeton in die Ziegel gelangt und Verformungen der Decke sich auf die Ziegel übertragen. Zusätzlich wird die Schallübertragung in vertikaler Richtung vermindert. Bei der Ausführung ist zu beachten: Bei Deckenspannweiten über 4,2 Metern sollte das Deckenauflager zentriert werden, um große ausmittige Lasteinleitungen zu vermindern (vgl. DIN 1053-1). Nach DIN 1053-1 beträgt die Auflagertiefe mindestens 11,5 Zentimeter. Die Stahlbetondecke bildet am Deckenauflager eine Wärmebrücke. Wärmedämmung ist hier zwingend erforderlich (vgl. Beiblatt 2 zur DIN 4109).